Sind Bromelien für Katzen giftig?

Katzenpflanzen

Sind Bromelien für Katzen giftig?

Zimmerpflanzen wie Bromelien können das eigene Zuhause nicht nur optisch aufwerten, sondern tragen auch nachweislich zum Wohlbefinden bei und schaffen eine angenehme Atmosphäre. Allerdings ist es im Katzenhaushalt mit den Pflanzen oft schwierig. Denn viele Zimmerpflanzen sind für Katzen giftig, mitunter so giftig, dass der Kontakt tödlich enden kann. Man tut daher gut daran, auf giftige Pflanzen im Katzenhaushalt zu verzichten und nur auf ungefährliche Pflanzen zurückzugreifen.

Eine Möglichkeit stellen hier die Bromeliengewächse dar, von denen sicherlich die Ananaspflanze die bekannteste ist. Es gibt aber auch noch zahlreiche weitere Bromelien, die als Zierpflanzen verkauft werden und den Haushalt auch mit Katzen verschönern können.

Herkunft der Bromelie

Bromelien haben ihren Ursprung in den üppigen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas, wo sie seit Jahrhunderten in ihrer natürlichen Umgebung gedeihen. Sie sind äußerst anpassungsfähig und in einer Vielzahl von Lebensräumen zu finden. Insgesamt gibt es über 3.000 Arten, von denen die Ananas (Ananas comosus) wohl die bekannteste darstellt.

Ihre exotische Herkunft und ihre einzigartige Schönheit führten dazu, dass die Bromelien im Laufe der Jahre nicht nur in die botanischen Gärten und Gewächshäuser Europas gelangten, sondern dass die Bromelie auch zu einer der beliebtesten Zimmerpflanzen weltweit avancierte.

Aussehen der Bromelien

Bromelien sind für ihr ansprechendes Aussehen und ihre vielfältigen Formen und Farben bekannt. Es gibt hier verschiedene Arten mit unterschiedlichsten Blattstrukturen, Blütenformen und Größen. Die Blattformen der Bromelie reichen von dünn und grasartig bis hin zu festen, fleischigen Blättern. Manche besitzen auch scharfe Stacheln an den Blatträndern. Besonders attraktiv macht die beliebten Zimmerpflanzen aber ihre lebendige Farbgebung, die sich auch an den Blüten zeigt.

Am bekanntesten unter den Bromelien ist mit Sicherheit die beliebte Ananas, aber auch Tillandsien, die bekannten „Luftpflanzen“, sind sehr beliebt. Durch diese Vielfalt kann man bei den Bromelien unter zahlreichen Vertretern wählen und trotz Katzen ein wenig Abwechslung in den heimischen Pflanzendschungel bringen.

Sind Bromelien giftig für Katzen?

Nein. Bromeliengewächse oder Ananasgewächse werden als ungiftig für Katzen und andere Haustiere betrachtet und stellen keine unmittelbare Vergiftungsgefahr dar, wenn sie von Katzen gefressen werden. Was jedoch immer besteht, ist die potentielle Gefahr einer Vergiftung durch Pestizide oder Dünger. Zudem wurden bei einigen Vertretern hautreizende Stoffe (z. B. in Bromelin) in den Blättern nachgewiesen. Heißt, auch wenn die Pflanzen nicht unmittelbar giftig sind, so sollte man trotzdem darauf achten, dass sie von den Katzen nach Möglichkeit nicht gefressen werden.

Mögliche Gesundheitsprobleme bei Katzen durch Bromelien

Auch wenn Bromelien als ungiftig und relativ sicher für Katzen gelten, sollte man einige Vorsichtsmaßnahmen treffen, um gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Unter anderem kann das Kauen an den Pflanzen zu Magen-Darm-Problemen (z. B. Erbrechen, Durchfall) führen.

Ein weiteres mögliches Risiko besteht durch die spitzen Blätter und Stacheln mancher Ananasgewächse, die zu Verletzungen an Maul und Pfoten führen können. Es sind allergische Reaktionen möglich und das Verschlucken größerer Pflanzenteile kann unter Umständen zu Schwierigkeiten in der Magen-Darm-Passage führen.

Man tut daher gut daran, zum einen möglichst ungefährliche Bromelien zu wählen und zum anderen das Verhalten der Katzen im Auge zu behalten und sicherzustellen, dass die Pflanzen und deren Früchte von der Katze nicht gefressen werden.

Liste möglicher Bromelienarten, die für Katzen relativ ungefährlich sind:

1) Guzmania
2) Neoregelia
3) Cryptanthus
4) Tillandsia
5) Vriesea

Exkurs: Superfood Ananas – Bromelain für Katzen?

Die Ananas wird beim Menschen als Superfood gehandelt, was nicht zuletzt am enthaltenen Stoff Bromelain liegt. Der Wirkstoff setzt sich aus zwei eiweißspaltenden Enzymen zusammen und wird beim Menschen unter anderem gegen Schwellungen nach Verletzungen oder Operationen eingesetzt. Zudem wird eine entzündungshemmende und verdauungsfördernde Wirkung beschrieben.

Zur vorteilhaften Wirkung bei Katzen liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. Im Rahmen einer klinischen Studie, bei der 30 Katzen nach der Ovariohysterektomie (Entfernung von Eierstöcken und Gebärmutter im Rahmen der Kastration), je nach Gruppe entweder Bromelain oder ein Placebo erhielten, konnte jedoch kein Unterschied zwischen den Gruppen festgestellt werden. Entsprechend bot Bromelain hier keine signifikanten schmerzlindernden und entzündungshemmenden Vorteile gegenüber dem Placebo ((Ribeiro MR, Conceição MEBAM, Bezerra DKO, Teles JPP, Giuffrida R, Cassu RN. Bromelain does not provide significant analgesic and anti-inflammatory benefits over placebo in cats undergoing ovariohysterectomy. J Am Vet Med Assoc. 2023 Apr 21;261(9):1297-1304. doi: 10.2460/javma.23.02.0117. PMID: 37085147.)).

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Wärmeregulierung: Ob Katzen schwitzen können und andere heiße Fragen

Physiologie

Wärmeregulierung: Ob Katzen schwitzen können und andere heiße Fragen

Es ist heiß, verdammt heiß und gerade im dicken Katzenpelz tut man gut daran, sich ein kühles Plätzchen zu suchen und sich so wenig wie möglich zu bewegen. Auch im Internet gibt es viele Tipps, wie man den Katzen die heißen Tage ein wenig erträglicher gestalten kann und immer wieder die große Frage, ob Katzen nun schwitzen können oder nicht und ob sie überhaupt Schweißdrüsen besitzen. Diese Fragen und mehr zur Wärmeregulierung beantworte ich euch im heutigen Artikel.

Katze Wärmeregulierung

© Bild: Kapa65 / pixabay.com

Damit Katzen (und nicht nur sie) ihre Körpertemperatur in den engen Grenzen halten können, die notwendig sind, damit ihr Organismus einwandfrei funktionieren kann, müssen sie ein Gleichgewicht zwischen der Produktion und der Abgabe von Wärme erreichen.

Dazu haben sie im vorderen Hypothalamus (eine wichtige Schaltzentrale im Zwischenhirn) zum einen wärmeregulierende Zentren und zum anderen „Temperaturfühler“ überall auf der Hautoberfläche, die den Istwert in ihrem Körper messen und weitergeben. Konzentriert kommen die Sensoren im Gesicht um Nase und Maul herum und an den Extremitäten vor. Besonders sensibel und dicht sind die Fühler im Bereich des Rückenmarks.

Der durch die Sensoren ermittelte Istwert wird im Gehirn dann mit einem Referenzwert (Sollwert) verglichen. Werden dabei Abweichungen festgestellt, werden diese über Steuersignale an die entsprechenden Stellglieder gemeldet und die Mechanismen zur Wärmeabgabe oder Wärmebildung aktiviert.

Wärmeregulierung über die Haut

Eine wichtige Rolle bei der Wärmeregulierung spielen Haut und Pelz der Katze. In kalter Umgebung wird die Hauttemperatur gesenkt und so der Wärmeverlust der Haut verringert. Umgekehrt wird bei innerer Wärmebelastung (also nachdem die Miezen herumgetobt sind zum Beispiel) die Hauttemperatur erhöht, damit u. a. durch Strahlung trocken Wärme abgegeben werden kann. Auch bei Wärmebelastung von außen, wie jetzt bei den derzeitigen Temperaturen, erhöht sich die Temperatur der Hautoberfläche, weil so weniger Wärme über Strahlung aufgenommen wird.

Schafft es der Körper nicht mehr so viel Wärme abzugeben, wie notwendig ist, um die Körpertemperatur in geeigneten Grenzen zu halten (z. B. beim Aufenthalt im heißen Auto), bekommt die Katze einen Hitzschlag.

Der Katzenpelz und die Wärmeregulierung

Beim Pelz ist es so, dass die Haare zusammen mit dem Unterfettgewebe die Wärmeabgabe erschweren und den Körper isolieren. Dabei spielen auch und vor allem Struktur und Farbe des Fells eine Rolle. Denn glänzendes, helles Fell kann mehr Strahlung reflektieren, während dunkles, mattes Fell mehr Strahlung absorbiert, d. h. heller Pelz ist bei Hitze grundsätzlich praktischer.

Während sie bei der Fellfarbe und -struktur/-länge nehmen müssen, was kommt, können Katzen über den Fellwechsel Wärmeregulierung betreiben. Der Fellwechsel wird über die Tageslänge und damit die Melatoninproduktion in der Epiphyse (Zirbeldrüse) aktiviert. Während das Sommerfell dünner, kürzer und oft auch heller ist, ist das Winterfell dichter und meist auch flauschiger. Durch Aufplustern lässt sich die Isolation noch verbessern. Ein dichtes Fell kann aber auch vor Wärmeeinstrahlung schützen, weil so nur ein kleiner Teil der Strahlung den Körperkern erreichen kann.

Können Katzen zur Wärmeregulierung schwitzen?

Bei den derzeitigen Temperaturen reichen diese Maßnahmen jedoch allein nicht aus. Wir Menschen schwitzen dann, was nur wenig Energie verbraucht und gerade bei trockener Luft zur Wärmeabgabe sehr wirksam ist. Bei Katzen funktioniert das leider nicht, obwohl sie sogar zwei Arten von Schweißdrüsen besitzen. Da sind zum einen die apokrinen und zum anderen die ekkrinen Schweißdrüsen.

[pullquote]Kurz gesagt: Katzen haben Schweißdrüsen, können aber damit keine Wärmeregulierung betreiben. [/pullquote]

Die apokrinen Schweißdrüsen sitzen tief in der Lederhaut und kommen am gesamten Körper mit Ausnahme des Nasenspiegels vor. Sie produzieren ständig ein sehr eiweißhaltiges Sekret, das sich mit Talg vermischt und so die chemische und physikalische Hautbarriere bildet. Eine Wirkung bei der Wärmeregulierung haben diese Schweißdrüsen nicht.

Ebenfalls keine wärmeregulierende Funktion haben die ekkrinen Schweißdrüsen, die sich fast ausschließlich an der unbehaarten Haut der Pfotenballen und zwischen den Zehen der Katze befinden.

Sie liegen tief in der Lederhaut an der Verbindungsstelle zur Unterhaut und ihre Aufführungsgänge durchqueren die Lederhaut bis hin zur Ballenoberfläche. Manchmal könnt ihr daher auf glatten Oberflächen feuchte Pfotenabdrücke sehen. Oft zum Beispiel auf den Metalltischen beim Tierarzt, wenn die Katze aufgeregt ist.

Diese Absonderungen sind für unsere Haustiger darüber hinaus auch wichtig, um mit anderen Katzen kommunizieren zu können. Jede von ihnen hinterlässt beim Setzen von Kratzmarkierungen eine individuelle „Fußaromamischung“, so dass die anderen genau wissen, wer dort gekratzt hat.

Wie können sich die Katzen aber nun selbst Abkühlung verschaffen?

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist etwas, was die Fachliteratur als Kühlung durch Einspeicheln bezeichnet. Was ein wenig eklig klingt, ist eigentlich etwas ganz Normales. Die Katzen putzen sich und durch die Verdunstungskälte können sie sich ein wenig Abkühlung verschaffen.

Als nächstes können sie sich wärmeregulierend verhalten, sprich sie bewegen sich wenig, legen sich eigenständig in den Schatten oder suchen sich ein anderes kühles Plätzchen oder verändern ihre Körperhaltung. Die Haustiger hier liegen zum Beispiel momentan bevorzugt lang ausgestreckt auf dem Rücken und recken das Bäuchlein in die Luft.

Hecheln ist bei Katzen kein so großes Thema wie bei Hunden. Es kommt vereinzelt vor, gerade wenn es richtig, richtig heiß ist oder sie bei Hitze getobt haben. Wenn eure Katze auffällig viel/stark hechelt und/oder sonst komisch und/oder auffällig matt wirkt, sollte dies sicherheitshalber vom Tierarzt eures Vertrauens abgeklärt werden. Nicht immer liegt das Hecheln an der Hitze, sondern kann zum Beispiel auch auf Herzprobleme hindeuten.

Tipps wie ihr die Hitze für eure Katzen erträglicher gestalten könnt, findet ihr in diesem Artikel.

Quellen u. a.

  • von Engelhardt W, Breves G, Diener M, Gäbel G (2015). Physiologie der Haustiere (5. Auflage). S. 500 – 502.
  • Lutz H, Kohn B, Forterre F (2015). Krankheiten der Katze (5. Auflage). S. 180-181.
  • Rijnberk A, van Sluijs FJ (2011). Die richtige Diagnose in der Kleintierpraxis: Untersuchung und Befunderhebung (1. Auflage). S. 133
  • Pfleiderer M, Rödder B (2012). Was Katzen wirklich wollen (2. Auflage). S. 76

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Katzen und der bittere Geschmack

Aus der Wissenschaft

Katzen und der bittere Geschmack

Der Geschmack einer Speise ist ein wesentliches Element bei der Beurteilung, ob eine Nahrung genießbar ist oder nicht. Er spielt daher eine wesentliche Rolle beim Schutz der Katze vor schädlichen Einflüssen. Während „umami“ zum Beispiel dazu dient, Futter auszuwählen, das reich an Aminosäuren ist, ist das Erkennen von Bitterem in der Regel dazu gedacht, Giftstoffe zu vermeiden, wie man sie primär in diversen Pflanzen oder unreifen Früchten findet.

An sich geht man davon aus, dass Säugetiere im Großen und Ganzen ähnliche Fähigkeiten besitzen, was die Wahrnehmung der fünf primären Geschmacksrichtungen angeht. Es gibt jedoch zum einen Unterschiede in der Wahrnehmung der einzelnen Stoffe zwischen den Spezies, zum anderen aber auch zwischen einzelnen Individuen (bei Mensch wie Tier). Das kann zum Beispiel an unterschiedlichen Aminosäurezusammensetzungen innerhalb der Rezeptoren liegen. Vermittelt wird die Wahrnehmung von „bitter“ durch Tas2R.

Ein anderer ganz wesentlicher Punkt sind die Ernährungsgewohnheiten und die Lebensumgebung. So kommt es zum Beispiel vor, dass funktionstüchtige Rezeptoren im Laufe der Evolution verlorengehen. Bei der Katze ist das in bemerkenswerter Weise das Tas1r2, Bestandteil des Rezeptors für „süß“, das zu einem nicht mehr funktionsfähigen Pseudogen verkommen ist, also zu einem DNA-Abschnitt, der zwar wie ein Gen aufgebaut ist, aber nicht mehr als Vorlage für ein funktionelles Protein dienen kann. Der Grund dafür ist nachvollziehbar. Katzen benötigen Zucker aus Pflanzen nicht zur Energiegewinnung, diese kommen in der natürlichen Ernährung der Katze nicht vor, also besteht auch kein Bedarf, sie erkennen zu können. Ganz einfach.

Katze bitter

© wilkernet / pixabay.de

Jetzt haben wir aber besagte Bitterstoffe ebenfalls vorwiegend in Pflanzen, die wie wir ja wissen, von einem obligaten Karnivoren wie der Katze wenig bis nicht konsumiert werden. Welchen Sinn hat es nun, „bitter“ zu behalten und „süß“ abzuschaffen bzw. kann die Katze überhaupt bitter schmecken? Diesen Fragen sind die Forscher des Monell Chemical Senses Center in Philadelphia nachgegangen.

Studien, die sich damit beschäftigen, ob und in welchem Maße Katzen bitter schmecken können, gab es im Vorfeld nur wenige. Hier zeigte sich u. a. eine Reaktion auf Chinin. In der aktuellen Studie stellte sich nun heraus, dass die Geschmacksrezeptoren der Katze auf Bitterstoffe reagieren, die auch menschliche Bitterrezeptoren aktivieren. So reagierte der Tas2r2 Rezeptor zum Beispiel auf Denatonium, eine bittere Substanz, die zum Beispiel Putzmitteln zugegeben wird, um ein versehentliches Verschlucken durch Kleinkinder zu verhindern. Insgesamt ergaben sich mindestens 7 unterschiedliche Bitterrezeptoren mit unterschiedlichen Wahrnehmungsbereichen, die viele Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede zu denen des Menschen aufwiesen. Getestet wurde das Ganze in zellbasierten Untersuchungen.

Es bleibt die Frage, warum die Katze bitter schmecken kann. Hierzu werden in den zu Rate gezogenen Veröffentlichungen drei mögliche Gründe genannt:

1) Katzen nehmen trotz allem auch Pflanzliches auf

Im Magen wildlebender Hauskatzen und Hybriden fand sich auch pflanzliches Material. Dieses kann durch die direkte Aufnahme oder über Pflanzliches im Verdauungstrakt der verzehrten Beutetiere dorthin gelangt sein. Jedoch sind von Beutetieren verzehrte Pflanzen nicht unbedingt bitter und giftig. Dazu kommt, dass die Häufigkeit, wie oft Pflanzliches aufgenommen wird, unklar ist und in jedem Fall einen geringen Teil ausmacht.

2) Auch Beutetiere enthalten bittere Stoffe

Über tierisches Gewebe von Beutetieren und über die Galle dieser kann die Katze ebenfalls mit Bitterem in Kontakt kommen. Einige potenziell von der Katze erbeutete Tiere sondern auch giftige bzw. sehr unangenehm schmeckende Sekrete ab (manche Säugetiere, Gliederfüßler, Amphibien und Reptilien). Die Fähigkeit bitter schmecken zu können, verhindert eventuell, dass diese Tiere verzehrt und die toxischen Komponenten somit aufgenommen werden.

3) Bitterrezeptoren befinden sich nicht nur im Maul.

Vom Menschen ist bekannt, dass sich auch im Herzen und in der Lunge Bitterrezeptoren befinden und in den Atemwegen dazu dienen, schädliche Komponenten zu erkennen (z. B. pathogene Bakterien). Man nimmt an, dass sie ein Grund dafür sind, warum auch bei Spezies die Funktionalität der Bitterrezeptoren aufrechterhalten wird, die anderweitig womöglich keine andere Verwendung dafür haben.

Die mäkelnde Katze und die Bitterstoffe

Kommerzielles Katzenfutter kann (z. B. durch Maillard-Reaktionen) ebenso wie Medikamente bittere Komponenten enthalten, die zumindest einige Katzen abstoßend finden und die die „Mäkelei“ mancher Katzen erklären könnten. Die Geschmacksrezeptoren für „bitter“ erkennen zudem auch bakterielle Abbauprodukte und können helfen, verdorbene Nahrung zu erkennen.

Einige der Geschmacksrezeptoren der Katze reagieren zudem sehr stark auf bestimmte bittere Komponenten, mitunter noch stärker als Mensch oder Hund oder sind in der Lage mehr bittere Komponenten zu erkennen als diese. Ein Futtermittel, das für Mensch und Hund mehr oder weniger fad schmeckt, kann für die Katze unangenehm sein.

Referenzen

  • Michelle M Sandau et al. A functional comparison of the domestic cat bitter receptors Tas2r38 and Tas2r43 with their human orthologs, BMC Neuroscience (2015). DOI: 10.1186/s12868-015-0170-6
  • Robert J. Lee et al. Bitter and sweet taste receptors regulate human upper respiratory innate immunity, Journal of Clinical Investigation (2014). DOI: 10.1172/JCI72094
  • Weiwei Lei et al. Functional Analyses of Bitter Taste Receptors in Domestic Cats (Felis catus), PLOS ONE (2015). DOI: 10.1371/journal.pone.0139670
  • Xia Li et al. Pseudogenization of a Sweet-Receptor Gene Accounts for Cats' Indifference toward Sugar, PLoS Genetics (2005). DOI: 10.1371/journal.pgen.0010003

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Studie: Katzen verlassen sich eher auf ihre Augen, als auf ihre Nase

Aus der Wissenschaft

Studie: Katzen verlassen sich eher auf ihre Augen, als auf ihre Nase

Eine aktuelle Studie gibt Hinweise darauf, dass sich Katzen, um Futter zu finden, mehr auf ihre Augen als auf ihre Nase verlassen. Tiere sehen sich stets unterschiedlichen Sinneseindrücken gegenüber, die manchmal auch widersprüchliche Informationen enthalten und müssen dann entscheiden, welcher Information sie den Vorzug geben. Bei der Katze sind sowohl der Seh- als auch der Geruchssinn hervorragend ausgeprägt und werden auch beide in diversen Situationen ausgiebig genutzt. Jedoch war bisher nie untersucht worden, welchen Sinn Katzen unter Testbedingungen bevorzugen, wenn ihnen zwei Kanäle Informationen mit gleichem potenziellen Wert liefern. Es war auch bisher nicht bekannt, ob unterschiedliche Individuen in der gleichen Situation dieselben Hinweise nutzen. Diesen Fragen nahmen sich nun erstmals Forscher an der University of Lincoln, UK, an und veröffentlichten ihre Erkenntnisse im internationalen Journal "Applied Animal Behaviour Science".

Fanny Augen

Dazu wurden zunächst acht Katzen in einem T-Labyrinth trainiert. Ihnen wurden jeweils Wahlmöglichkeiten mit zwei Alternativen angeboten, einmal verbunden mit einem positiven Reiz, einmal mit einem negativen. Sowohl der positive als auch der negative Reiz boten visuelle als auch olfaktorische Informationen. Die Katzen hatten also jeweils einen Hinweis, den sie sehen konnten, und einen den sie riechen konnten, um eine Entscheidung hinsichtlich des richtigen Weges zu treffen und sich ggf. über eine Belohnung in Form von Futter zu freuen.

Von diesen acht Katzen wurden dann sechs Katzen, die alle notwendigen Kriterien erfüllt hatten, einem Test unterzogen, in dem auf Papierquadraten der positive visuelle Reiz mit dem negativen olfaktorischen Reiz kombiniert wurde und umgekehrt. Es gab also nicht mehr zwei positive Hinweise in die eine Richtung und zwei negative in die andere, sondern jeweils sowohl einen positiven als auch einen negativen Hinweis. So wurde untersucht, ob die sichtbaren Hinweise oder die riechbaren für die Katzen einen höheren Stellenwert hatten.

Vier der sechs Katzen zeigten eine deutliche Vorliebe für den visuellen Hinweis, während ein Individuum durchwegs die Geruchshinweise bevorzugte. Die sechste Katze zeigte keine deutliche Vorliebe in die ein oder andere Richtung. Im Anschluss daran wurde noch ein weiterer Test durchgeführt, um herauszufinden, ob die vier Katzen, die sich an den visuellen Hinweisen orientiert hatten, auch in der Lage waren, die olfaktorischen zu nutzen, wenn sie nur diese zur Verfügung hatten. Drei der vier Katzen meisterten auch diese Hürde erfolgreich und zeigten so, dass sie sich unter Abwesenheit visueller Hinweise durchaus auch am Geruch orientieren können.

Evy Mayes, die die Studie durchführte und aktuell im Battersea Dogs & Cats Home tätig ist, zeigte sich überrascht, dass die Mehrzahl der Katzen die visuellen Hinweise bevorzugte und auch von der Geschwindigkeit, in der die Katzen lernten, wie die Aufgabe zu lösen war.

Bisher war man eher davon ausgegangen, dass der Geruchssinn über den Sehsinn dominieren würde. Eine sehr wichtige Erkenntnis aus dieser Arbeit ist auch, wie unterschiedlich die einzelnen Individuen beim Lösen der Aufgabe vorgingen und wie wichtig es ist, solche Vorlieben als individuelles Merkmal des einzelnen Tieres zu sehen und dies im Alltag zu berücksichtigen. So können bei einer Katze, die sich stark am Geruch orientiert, nur kleine geruchliche Veränderungen im Haushalt (neues Parfum, neuer Reiniger etc.) eine große Auswirkung auf das Wohlbefinden haben, während sich eher visuell orientierte Samtpfoten davon unter Umständen völlig unbeeindruckt zeigen.

Aktuell scheint es so, dass sich mehr Katzen an visuellen Reizen orientieren, jedoch sind aufgrund der geringen Katzenmenge weitere Untersuchungen nötig, um herauszufinden, wohin die Tendenz in der Katzenpopulation an sich gehen könnte.

Quelle: The eyes have it! Cats put sight over smell in finding food

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Was ist das eigentlich für eine Tasche am Katzenohr?

Anatomie

Was ist das eigentlich für eine Tasche am Katzenohr?

Vielleicht habt ihr euch das auch schon einmal gefragt.

Es geht um diese Tasche hier:

Tasche am Katzenohr

Offiziell als "Saccus cutaneus marginalis" bekannt, im Englischen auch unter den Bezeichnungen "feline cutaneous marginal pouch" oder "Henry's Pocket". Warum ausgerechnet Henrys Tasche und nicht Emmas konnten wir bisher nicht herausfinden. :-)

Über den Sinn und Zweck dieser Tasche scheint es geteilte Meinungen zu geben, am wahrscheinlichsten ist, dass sie die Hörfähigkeit der Katze verbessert, speziell beim "Richtungshören". Auch soll die Tasche das Ohr vor dem Eindringen kleinster Staubpartikel schützen.

Die mit Abstand schönste und in meinen Augen definitiv logischste These, haben wir dann aber auch noch gefunden. Und zwar schreibt Birgit1811 im österreichischen Katzenforum:

"Die große Öffnung ist für das Auffangen des Schalls, wenn der Dosi Futter herrichtet. und die kleine Öffnung hinter der Hautfalte für den unbedeutenden Rest. Die ursprünglich 3. Öffnung, die für den Empfang des Wortes "Nein" war, hat sich in der Evolution verloren, da sie nicht gebraucht wurde." (Katzenohr - Katzenforum.at)

Davon abgesehen ist diese Tasche auch in Verbindung mit Herbstgrasmilben (Neotrombicula autumnalis) ein Thema, die sich häufig u. a. in dieser Tasche am Katzenohr ansiedeln.

Hier erfahrt ihr noch mehr zu den leistungsfähigen Lauschern unserer Haustiger.

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Verhalten sich Katzen bei Vollmond anders?

Verhalten

Verhalten sich Katzen bei Vollmond anders?

Immer wieder einmal liest und hört man davon, dass Katzen bei Vollmond anders wären als sonst. Unruhiger, lebhafter, mitunter auch aggressiver. Es heißt, das Wesen von Mensch und Tier könne sich bei Vollmond verändern, Katzen sollen häufiger jaulen, manche Menschen schlafwandeln und auch viele Ärzte geben an, dass sie mehr Notfälle oder seltsame Fälle in Nächten mit Vollmond vorgestellt bekommen. Einer Studie des Colorado State University Veterinary Medical Center zufolge werden an Tagen um Vollmondnächten 23 % mehr Katzen als Notfälle vorgestellt und eine Studie, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde, ergab, dass zweimal so viele Menschen mit Tierbissen während Vollmondnächten in die Notaufnahme kamen.

In freier Wildbahn findet man eine Verbindung zwischen Jagdverhalten und Vollmondnächten. So gibt es Hinweise darauf, dass potenzielle Beutetiere in Vollmondnächten eher an einem sicheren Ort bleiben, weil sie sich durch die vermehrte Helligkeit durch den Mond einer größeren Gefahr durch Beutegreifer ausgesetzt sehen. Auch die Beutegreifer sind in Vollmondnächten weniger aktiv.

Wie ist es bei euch? Merkt ihr bei Vollmond bei euren Katzen einen Unterschied? Verhalten sie sich anders als sonst?

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