Feline Neonatale Isoerythrolyse

Probleme, Zucht

Feine Neonatale Isoerythrolyse

Wer sich mit der Katzenzucht beschäftigt oder darüber nachdenkt, seine Katze decken zu lassen und ihr einen Deckkater zu suchen, stößt früher oder später vielleicht auf den Begriff Blutgruppenunverträglichkeit bei neugeborenen Katzen, fachsprachlich Feline neonatale Isoerythrolyse (kurz FNI) oder auch Hämolyse des Neugeborenen. Im deutschsprachigen Raum ist die Erkrankung auch als Fading Kitten Syndrom bekannt. Sieht man sich aber im englischsprachigen Raum um, findet man den Begriff dort häufig zusammenfassend für sämtliche Gründe, warum Kitten sterben.

Eine Feline Neonatale Isoerythrolyse kann auftreten, wenn eine Katze mit Blutgruppe B, Welpen der Blutgruppen A oder AB wirft. Die Kitten erscheinen zunächst gesund, sterben aber oftmals in den ersten Lebenstagen. Eine Rettung ist meist nicht möglich. Um das Problem zu vermeiden, ist daher eine Blutgruppenbestimmung der Elterntiere vor einer möglichen Verpaarung unerlässlich. Grundsätzlich aber insbesondere bei Rassen, bei denen die Blutgruppe B gehäuft auftritt.

Welche Blutgruppen gibt es bei Katzen?

Unter einer Blutgruppe versteht man individuelle Unterschiede der Antigenstruktur auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Es sind bestimmte Glykolipide, die für die Blutgruppe verantwortlich sind. Bei Katzen sind die Blutgruppen A, B und AB (manchmal auch als C bezeichnet) bekannt.

Welche Blutgruppe eine Katze aufweist, wird genetisch bestimmt. Die Vererbung erfolgt nach dem Mendelschen Gesetz, wobei A über B dominiert. Die meisten Hauskatzen haben die Blutgruppe A (94,1 Prozent), die Blutgruppe B kommt in Deutschland mit 5,9 Prozent vor und die Blutgruppe AB lediglich mit 0,7 Prozent[1]. Bei Rassekatzen gibt es zwei Gruppen, die man trennen muss. In der einen Gruppe kommt nur Blutgruppe A vor, in der anderen sind auch die Blutgruppen B und AB vertreten. Die Blutgruppe AB gibt es nur in Rassen, in denen auch die Blutgruppe B auftritt. [2][3]

Verteilung der Blutgruppe B bei Rassekatzen (nicht vollständig)

Prozent (%) Rassen
20-45 Britisch Kurzhaar, Exotisch Kurzhaar, Chartreux, Cornish Rex, Devon Rex, Türkisch Van, Türkisch Angora.
11-20 Abessinier, Birma, Perser, Somali, Sphinx, Scottish Fold
1-10 Maine Coon, Norweger, Amerikanisch Kurzhaar

Die Blutgruppenverteilung ist je nach Rasse und Lebensort unterschiedlich. Auch die Zahlen unterscheiden sich je nach Studie und Zeitpunkt der Erhebung. Sie sind daher eher als Ansatzpunkt denn als verbindlich zu sehen.

Was hat es mit den im Blut zirkulierenden Antikörpern auf sich?

Bei Bluttransfusionen ist bekannt, dass dafür nur Blut derselben Blutgruppe verwendet werden darf, da es sonst zu einer Zusammenballung/Verklumpung (Agglutination) oder Auflösung (Hämolyse) der roten Blutkörperchen kommen kann. Eine mitunter lebensgefährliche Situation. Verantwortlich dafür sind die so genannten Iso- oder Alloantikörper, die aus einer Immunreaktion hervorgegangen und gegen das Blutgruppenantigen gerichtet sind, das die Katze jeweils nicht besitzt.

Jedoch ist die Verteilung dieser Antikörper unterschiedlich. So kommt es bei Katzen mit Blutgruppe A in 62 Prozent der Fälle zu keiner Verklumpung mit roten Blutkörperchen der Blutgruppe B, bei 36 Prozent zu einer nur geringen Zusammenballung (Grad +1 bis +2) und nur bei 2 Prozent zu einer schwerwiegenderen Verklumpung (Grad +3 bis +4).

Dagegen zeigten alle Blutproben von B-Tieren in Kontakt mit Blutproben der Blutgruppe A eine schwerwiegende Verklumpung (Grad 4+).[4]Bei AB kommt es in der Regel nicht zu einer Zusammenballung mit Erythrozyten (roten Blutkörperchen) der Blutgruppe A oder B.

In anderen Untersuchungen wiesen 46,9 Prozent aller Katzen mit Blutgruppe A keine Isoantikörper gegen B im Blut auf, jedoch 92,7 Prozent der Blutgruppe B Antikörper gegen A. [5]

Wie entsteht eine Feline Neonatale Isoerythrolyse (Fading-Kitten-Syndrom)?

Das „Fading Kitten Syndrom“ kann immer dann entstehen, wenn eine Kätzin mit Blutgruppe B mit einem Kater der Blutgruppe A verpaart wird. Die Trächtigkeit verläuft dabei zunächst symptomlos, da die Plazentaschranke als Gewebefilter den Blutkreislauf der Kätzin von dem der Kitten trennt. Denn durch diese Trennung können während der Trächtigkeit keine Antikörper aus dem Blut der Mutter in das der Katzenwelpen übergehen.

Die Probleme beginnen, wenn die Katzenwelpen mit Blutgruppe A nach der Geburt Kolostrum aufnehmen. Das Kolostrum ist die Erstmilch der Katze. Es enthält viele Proteine, Enzyme, Vitamine, Mineralien, Wachstumsfaktoren, Aminosäuren und Antikörper, stärkt die Katzenkinder und unterstützt deren Abwehrkräfte.

Mit den Gammaglobulinen des Kolostrums gehen aber auch Anti-A-Antikörper über die Darmwand ins Blut der Kitten über. Ein solcher Übergang kann nur in den ersten 16 Stunden nach der Geburt stattfinden, danach sind die Darmwände der Welpen für die mütterlichen Antikörper nahezu undurchlässig.[6]

Feline neonatale Isoerythrolyse: die einzelnen Verlaufsformen

Sind die Antikörper ins Blut der Kätzchen gelangt und kommt es zu einer Felinen Neonatalen Isoerythrolyse unterscheidet man drei Verlaufsformen, die perakute, die akute und die subklinische Form.

Perakuter Verlauf:Die gesund geborenen Kätzchen sterben symptomlos innerhalb der ersten drei Lebenstage.

Akuter Verlauf: Im akuten Verlauf zeigen die Katzenwelpen Schwäche und Gewichtsverlust. Durch die Verklumpung und Auflösung der roten Blutkörperchen kommt es zu einer Anämie und durch Schädigung der Leber zu einer Gelbsucht. Im Blut und Urin sind demnach erhöhte Bilirubingehalte und freies Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) nachweisbar und es wird rötlich-brauner Urin ausgeschieden.

Subklinischer Verlauf: Der subklinische Verlauf der Felinen neonatalen Isoerythrolyse ist selten und führt während der zweiten Lebenswoche der Kitten aufgrund von Durchblutungsstörungen (Ischämie) zum Absterben der Schwanzspitze.

Wie die Erkrankung verläuft und ob es zu einer FNI kommt, hängt davon ab, wie hoch der Antikörpertiter der Kätzin ist und wie viel Erstmilch betroffene Kätzchen aufgenommen haben. Bei einem hohen Anti-A-Antikörpertiter der Mutter sind die Kitten natürlich besonders gefährdet. Hat die Kätzin zwar Blutgruppe B, aber einen niedrigen Antikörpertiter sind seltener Komplikationen zu erwarten. Weist das Muttertier die Blutgruppe A oder AB auf, tritt in der Regel keine Blutgruppenunverträglichkeit auf.

Wie kann man das „Fading-Kitten-Syndrom“ behandeln?

Haben die Katzenkinder bereits Kolostrum der Mutter getrunken und über die Darmwand aufgenommen, ist eine Behandlung kaum noch möglich. Zwar kann man versuchen, die Katzenwelpen mit Transfusionen mit Erythrozytenkonzentrat frei von Anti-A-Antikörpern zu behandeln, jedoch entwickelt sich die Feline Neonatale Isoerythrolyse sehr schnell und die meisten Kätzchen sterben im perakuten oder akuten Verlauf.

Was kann ich tun, wenn bereits eine Risikoverpaarung stattgefunden hat?

Ist es durch Unwissenheit bereits zu einer Risikoverpaarung gekommen oder wurde eine solche bewusst herbeigeführt, müssen die Katzenkinder mindestens in den ersten 16 Stunden (teilweise werden auch 24 oder 48 Stunden empfohlen) von der Mutter getrennt und mit Ersatzmilch ernährt oder durch eine geeignete Amme mit Blutgruppe A gesäugt werden. So wird die Aufnahme der Anti-A-Antikörper über das Kolostrum der Mutter verhindert.

Die Vererbung der Blutgruppen folgt den Mendelschen Regeln. Die Blutgruppe A ist damit dominant über die Blutgruppen AB und B. Ist also die Kätzin reinerbig für B (genetisch b/b) und der Kater reinerbig für die Blutgruppe A, weisen alle Kätzchen die Blutgruppe A auf. Sind beide Elterntiere reinerbig für B, besitzen auch alle Katzenwelpen die Blutgruppe B.

Ist der Kater aber mischerbig für die Blutgruppe A (genetisch a/b) hat die Hälfte der Kitten die Blutgruppe B, die andere Hälfte die Blutgruppe A, demnach müssten eigentlich nur die Katzenwelpen mit der Blutgruppe A während der ersten 16 Stunden getrennt werden. Die Bestimmung der Blutgruppe über das Nabelschnurblut der Kitten (Testkärtchen) funktioniert in der Praxis allerdings nicht immer.

Ist die Blutgruppe der Elterntiere nicht bekannt, hat aber bereits eine Verpaarung stattgefunden, sollte diese schnellstmöglich bestimmt werden, um gegebenenfalls entsprechende Vorkehrungen treffen zu können.

Wie kann ich eine Blutgruppenunverträglichkeit bei Kitten von Vornherein vermeiden?

Am sichersten ist es, Risikoverpaarungen von Vornherein zu vermeiden und sich vor der Deckung umfassend zu informieren. Neben umfassendem Wissen über Genetik, Aufzucht und artgerechte Katzenhaltung gehören zu einer seriösen Zucht mit vernünftigem Ziel zahlreiche weitere Untersuchungen (z. B. auf vererbbare Krankheiten) und eben auch eine Blutgruppenbestimmung der Elterntiere.

(Ein vernünftiges Ziel ist zum Beispiel den Fortbestand einer Rasse zu sichern oder diese zu verbessern. Beispiele für nicht sinnvolle Ziele sind: „Ich möchte meine Katze decken lassen, weil die Rolligkeit nervig ist“, „Ich möchte, dass meine Kinder einmal das Wunder der Natur erleben.“, „Ich möchte, dass meine Katze einmal Mutterglück erleben darf.“ oder „Ich möchte meine hübschen Katzen verpaaren, weil sich die Jungtiere bestimmt gut verkaufen lassen.“)

Wer grundsätzlich und insbesondere bei Katzen, bei denen häufig die Blutgruppe B vorkommt, einfach Kater und Katze zusammenbringt und hofft, dass alles gut geht, handelt grob fahrlässig und nimmt billigend den Tod der Katzenwelpen und je nach Fall auch der Mutter in Kauf![/green_box]

Referenzen

[1]HAARER, M., GRÜNBAUM, E.G. (1993): Blutgruppenserologische Untersuchungen bei Katzen in Deutschland. Kleintierpraxis 38: 195-204.

[2]GIGER, U., BÜCHELER, J., PATTERSON, D.F. (1991A): Frequency and inheritance of A and B blood types in feline Breeds of the United States. J. Hered. 82: 15-20.

[3]GRIOT-WENK, M.E., GIGER U. (1995): Feline transfusion medicine. Blood types and their clinical importance. Vet. Clin. North Am., Small Anim. Pract. 25: 1305-1322.

[4]BÜCHELER, J.; GIGER, U. (1993): Alloantibodies against A and B blood types in cats. Vet. Immunol. Immunpathol. 38: 283-295.

[5]HAARER, M. (1992): Die klinische Bedeutung der Blutgruppen bei der Katze. Diss. Vet. Med., Justus-Liebig-Universität Gießen.

[6]CASAL, M.L., JEZYK, P.F., GIGER, U. (1996): Transfer of colostral antibodies from queens to their kittens. Am. J. Vet. Res. 57; 1653-1658.

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Katze sucht Kater – wenn die Katze rollig wird

Fortpflanzung

Katze sucht Kater - wenn die Katze rollig wird

Ist die Katze rollig, ist sie paarungsbereit und kann von einem Kater erfolgreich gedeckt werden. Doch die Rolligkeit ist für die Katze auch mit Risiken und Gefahren verbunden. Das gilt auch für die liebestollen Kater, die dem Ruf der willigen Kätzin folgen. Oft werden sie dabei  in Katerkämpfen verletzt oder stecken sich mit lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten an. Leider werden auch jedes Jahr viele von ihnen im Liebesrausch Opfer des Straßenverkehrs.

Darum ist es wichtig, dass du deine Katze oder deinen Kater rechtzeitig beim Tierarzt zur Kastration vorstellst. In diesem Artikel erfährst du, woran du erkennst, ob deine Katze rollig ist, wie lange das dauert, wann und wie oft Katzen rollig werden und was du tun solltest, wenn die Rolligkeit bei deiner Katze eingetreten ist.

Katze rollig

Wann wird eine Katze rollig?

Katzen sind saisonal polyöstrisch, was bedeutet, dass eine Katze unter natürlichen Bedingungen nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums rollig wird. Dieser Zeitraum beginnt, wenn die Tage länger werden und die Tageslichtlänge zwischen 12 bis 14 Stunden erreicht hat.

Werden die Tage kürzer, was in unseren Breitengraden in den Herbst- und Wintermonaten der Fall ist, setzt die Rolligkeit der Katze aus. Gesteuert wird das Ganze über die Zirbeldrüse, die das Schlafhormon Melatonin bildet. So viel zu den natürlichen Gegebenheiten. Durch Kunstlicht kommt es jedoch gerade bei Wohnungskatzen häufig vor, dass diese Winterpause zwischen den Zyklen ausfällt und die Katze das ganze Jahr über rollig wird.

In welchem Alter wird eine weibliche Katze das erste Mal rollig?

Im Schnitt tritt die erste Rolligkeit bei Katzen mit etwa sechs Monaten ein. Damit wird die Katze schon rollig, weit bevor sie körperlich ausgewachsen ist. Allerdings können Katzen auch noch weitaus früher geschlechtsreif werden. Ich kenne mehrere Fälle, in denen Katzen im Alter von gerade einmal sechs Monaten bereits ihren ersten Wurf bewältigen mussten und von denen leider kein einziger komplikationslos ablief. Die Trächtigkeit der Katze dauert etwa zwischen 60 und 65 Tagen. Du kannst dir jetzt ganz leicht ausrechnen, in welchem Alter diese Jungkatzen gedeckt wurden.

Wie läuft die Rolligkeit der Katze ab?

Der Sexualzyklus der Katze lässt sich in vier Phasen unterteilen: Proöstrus, Östrus, Diöstrus/Interöstrus und Anöstrus. Der erste Schritt ist der Proöstrus, die Vorbrunst, der durch einen Anstieg von 17ß-Östradiol (ein weibliches Sexualhormon) im Blut der Katze eingeleitet wird.

Bereits in der Vorbrunst zeigt die Katze erste Verhaltensänderungen. Sie wird anhänglicher, reibt ihr Köpfchen an Gegenständen und dem Menschen, tretelt mit den Hinterpfoten, miaut mehr als sonst und zeigt sich Katern gegenüber weniger aggressiv.

Nach etwa ein bis zwei Tagen folgt der Östrus und die Katze ist bereit zur Paarung. Zu dieser Zeit weiß dann in der Regel auch der Letzte, dass die Katze rollig ist. Rollige Katze rufen laut und beständig nach den Katern, rollige Katzen markieren, sie wälzen sich auf dem Boden und nehmen die typische Paarungsposition ein, indem sie den Oberkörper flach auf den Boden drücken und den Hinterleib anheben.

Gerade Wohnungskatzen werden in der Zeit häufig auch sehr erfinderisch und versuchen alles in ihrer Macht stehende, um aus der Wohnung zu entkommen. Eine sehr stressige Situation für die Katze selbst, für ihre Halter und für die Nachbarn, die du euch durch eine rechtzeitige Kastration auf jeden Fall ersparen solltest!

Anmerkung: Das ist der typische Ablauf. Doch Katzen sind Individuen. Nicht alle verhalten sich so auffällig. Bei manchen läuft die Rolligkeit auch still(er) und teilweise sogar unbemerkt vom Menschen ab.

Wie lange sind Katzen rollig?

Wie lange Katzen auffallend rollig sind, ist individuell unterschiedlich. Mit rund fünf Tagen darf man aber schon rechnen, bis das Spektakel vorüber ist. Ist ein unkastrierter Kater vorhanden, findet in der Zeit in der Regel der Deckakt statt.

Damit der Eisprung erfolgen kann,  muss zunächst eine bestimmte Konzentration des luteinisierenden Hormons (LH) gebildet werden, dessen Ausschüttung durch den eindringenden Penis stimuliert wird. Der Eisprung findet etwa 24 bis 36 Stunden nach dem Deckakt statt.

Während dieser Zeit kann die Katze von verschiedenen Katern gedeckt werden und es kommt vor, dass Katzenwelpen in einem Wurf von unterschiedlichen Vätern stammen. Nach dem Eisprung bilden sich aus den Follikelzellen die Gelbkörperzellen und geben Progesteron ab. Die Rolligkeit ist vorüber.

Wie oft werden Katzen rollig?

Wurde ein Eisprung ausgelöst, ohne dass es zu einer Trächtigkeit kam, wird über 30 bis 40 Tage weiterhin Progesteron gebildet (Diöstrus). Danach beginnt die Rolligkeit erneut. Wurde die Katze nicht gedeckt und auch kein Eisprung ausgelöst, dauert die Pause (Interöstrus) zwischen den Rolligkeiten etwa 4 bis 22 Tage.

Selten schon nach der ersten Rolligkeit, häufiger nach aufeinanderfolgenden Rolligkeiten ohne Deckung, kann sich der Abstand zwischen den einzelnen Rolligkeiten immer weiter verringern, bis der Interöstrus schließlich komplett ausfällt. Man spricht dann von Dauerrolligkeit. Eine Dauerrolligkeit bedeutet nicht nur großen Stress für die Katze, sondern bietet auch gesundheitliche Risiken.

Eierstockzysten, Krebserkrankungen der Sexualorgane und Gebärmutterentzündungen sind dafür nur einige lebensgefährliche Beispiele. Oftmals magern die Katzen zudem stark ab, zeigen unerwünschtes Verhalten und die Harmonie unter den Katzen im Haushalt leidet.

Meine Katze ist rollig – was kann ich machen, damit das aufhört

Ist deine Katze rollig, kannst du das wohl oder übel aussitzen oder die Rolligkeit medikamentös durch den Tierarzt beenden lassen. Eine Kastration während der Rolligkeit führen die meisten Tierärzte nur sehr ungern durch. Denn die Organe sind während dieser Zeit stärker durchblutet (höheres Blutungsrisiko während der Operation). Sobald die Rolligkeit vorüber ist, solltest du deine Katze aber schnellstmöglich kastrieren lassen.

Keinesfalls solltest du deine Katze in dieser anstrengenden Situation einfach aus dem Haus lassen oder über eBay-Kleinanzeigen oder im Bekanntenkreis nach einem Deckkater suchen! Damit löst du zwar dein akutes Problem, schaffst dir aber weitaus größere neue. Glaub mir.

Deckung, Trächtigkeit und Geburt sind mit zahlreichen Risiken verbunden. Diese können im schlimmsten Fall den Tod deiner Katze (und/oder der Katzenwelpen) bedeuten. Deshalb bevor du auch nur im Entferntesten an einen Wurf denkst, erst sehr, sehr gründlich informieren und alle Eventualitäten abwägen. Unter anderem muss man sich einen verantwortungsvoll geplanten Wurf mit allem was dazugehört auch leisten können. (Dass es schon mehr als genug Katzen gibt, die ein Zuhause suchen und man daher nicht unbedingt neue in die Welt setzen lassen muss, kommt noch erschwerend hinzu).

Ist deine Katze rollig und das obwohl sie eigentlich kastriert ist, leidet sie vielleicht unter dem Ovarrest-Syndrom. Das solltest du zeitnah tierärztlich abklären lassen.

Wichtige Hinweise zur Rolligkeit der Katze und zur Kastration

  1. Lass deine Jungkatze(n) so früh wie möglich kastrieren, besonders wenn sie Kontakt zu unkastrierten Katern hat (wenn z. B. ein Geschwisterpärchen bei dir lebt). Durch eine Kastration VOR EINTRITT DER GESCHLECHTSREIFE sind erwiesenermaßen KEINERLEI NACHTEILE zu erwarten, weder bei der Katze noch beim Kater!
  2. Lass dir nicht einreden, deine Katze oder dein Kater könnten erst mit 6 bis 9 Monaten geschlechtsreif werden und vorher würde sowieso nichts passieren. Es gibt genügend Beispiele, dass dem nicht so ist!
  3. Lass dir nicht einreden, deine Katze müsste einmal rollig gewesen sein oder sogar einmal Junge bekommen haben, bevor du sie kastrieren lassen kannst. Das sind Ammenmärchen!
  4. Verlass dich nicht darauf, dass du es schon rechtzeitig bemerken wirst, wenn deine Katze(n) soweit sind. Viele Kätzinnen rollen beim ersten Mal still. Und auch du beobachtest deine Katzen nicht 7 Tage die Woche/24 Stunden am Tag und siehst, wann dein Kater vielleicht das erste Mal seine Deckfähigkeiten erprobt!
  5. Auch wenn dir deine rollige Katze entwischt ist und/oder du nicht weißt, ob sie gedeckt wurde, kann sie in der Anfangszeit nach einer möglichen Deckung ohne Weiteres noch kastriert werden. Sprich mit deinem Tierarzt darüber.

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Sind Stinkwanzen gefährlich für Katzen?

Gefahren

Sind Stinkwanzen gefährlich für Katzen?

Durch den langen, warmen Sommer sind sie an manchen Orten zu einem richtigen Problem geworden. Baumwanzen, oft auch als Stinkwanzen bezeichnet. Und sie drängen durch die winterlichen Temperaturen nun auch vermehrt ins Warme. Schaden richten sie im Haus in der Regel nicht an, ziehen jedoch die Aufmerksamkeit der Haustiger auf sich.

Stinkwanze

Was passiert, wenn diese einer solchen Wanze zu nahe kommen und ob Stinkwanzen gefährlich oder sogar giftig für Katzen sind, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Was sind eigentlich Stinkwanzen?

Gemeine Stinkwanzen (Palomena prasina) findet man grundsätzlich in grüner und in brauner Form. Im Frühjahr sind sie grün und werden dann zum Herbst hin braun, weshalb ihr derzeit eher auf braune Stinkwanzen stoßen solltet. Die Tiere erreichen eine Größe von etwa 12 Millimetern und leben mit Vorliebe auf Laubbäumen, man findet sie aber auch in Gebüschen oder auf Disteln und Brennnesseln. Ein wesentlicher Schädling für die Landwirtschaft sind sie nicht.

Anders sieht es da bei einem recht neuen unerwünschten Gast in unseren Gefilden aus, nämlich der Marmorierten Baumwanze (Halyomorpha halys), die aus Ostasien eingeschleppt wurde. Diese Stinkkäfer erreichen eine Größe von bis 17 mm und können für große Schäden an Früchten und Fruchtanlagen sorgen. Man findet sie zum Beispiel in der Schweiz, aber auch in Teilen Deutschlands wie zum Beispiel in Südbaden. Derzeit hat sie bei uns als eingeschleppter Schädling noch keine natürlichen Feinde.

Für den Menschen sind Stinkwanzen harmlos. Sie beißen sie nicht, stechen nicht und übertragen auch keine Krankheiten.

Sind Stinkwanzen giftig für Katzen?

Nein. Stinkwanzen sind für Katzen nicht giftig. Sie sondern jedoch, wenn sie sich bedroht fühlen, aus den Stinkdrüsen am Hinterleib ein übelriechendes, lange anhaftendes Sekret ab.

Sind Stinkwanzen gefährlich für Katzen?

Unter Umständen. Wird die vorwitzige Katze von einer Stinkwanze im Gesicht getroffen, sollte das Gesicht so gut wie möglich abgewaschen werden. Landet das Sekret im Mäulchen, wird die Katze durch den scheußlichen Geschmack anfangen zu speicheln. In der Regel gibt sich das nach kurzer Zeit wieder und die Katze macht um Stinkwanzen künftig einen großen Bogen.

Reagiert die Katze jedoch auffallend heftig, verschwinden die Symptome nach kurzer Zeit nicht oder bekommt sie das Sekret direkt ins Auge, ist ein zeitnaher Tierarztbesuch sehr zu empfehlen. Wie bei Kontakt mit allen anderen Stoffen, kann es auch bei Stinkwanzensekret leider zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen.

Wie werde ich Stinkwanzen wieder los?

Am besten werden Stinkwanzen daher nach Möglichkeit aus der Wohnung entfernt, bevor die Katze mit ihnen in Kontakt kommt. Dabei am besten umsichtig vorgehen und die Insekten keinesfalls zerdrücken, auf sie treten oder sie einsaugen. Außer du möchtest ausprobieren, ob die wirklich so stinken, wie alle sagen. ;-) Auch Pestizide sind in der Wohnung nicht zu empfehlen.

Da die Wanzen nicht sonderlich schnell und doch relativ groß sind, ist es am einfachsten, sie einfach mit einem Glas und einem Blatt Papier einzufangen und wieder nach draußen zu verfrachten.

So bin ich bisher alle Wanzen ohne Geruchsbelästigung wieder losgeworden.

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Vorsicht vor dem „stillen Killer“

Gesundheit

Bluthochdruck: Vorsicht vor dem „stillen Killer“

März 2018– Nur wenige Leute wissen, dass auch Katzen an Bluthochdruck (feline Hypertonie) leiden können und dass die Krankheit potenziell verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit ihres Tieres haben kann. Häufig sind keine warnenden Anzeichen für die Erkrankung zu sehen, weshalb die feline Hypertonie auch der „stille Killer“ genannt wird. Wie bei Menschen auch, ist Bluthochdruck insbesondere bei älteren Patienten weit verbreitet: Studien zeigen, dass mehr als eine von sechs Katzen im Alter von über sieben Jahren betroffen ist. Das Risiko ist bei Katzen mit einer chronischen Nierenerkrankung oder einer Krankheit der Schilddrüse sogar noch höher: Jede dritte Katze mit diesen Vorerkrankungen hat erhöhte Blutdruckwerte.

Bluthochdruck als tickende Bombe

Bluthochdruck kann eine tickende Bombe für die Gesundheit der Katze sein. „Ein nicht entdeckter hoher Blutdruck kann bei Katzen zu schweren Schäden an Schlüsselorganen führen, etwa an den Augen, den Nieren, dem Herzen und dem Gehirn“, erklärt Dr. Angelika Drensler, Cheftierärztin in einer international anerkannten katzenfreundlichen Kleintierpraxis in Elmshorn. „Unglücklicherweise entwickelt sich die Erkrankung im Verborgenen ohne jegliche Alarmsignale für den Besitzer. Die Katze kann vollkommen gesund erscheinen, bis der Anstieg des Blutdrucks Zielorgane schädigt.“ [pullquote]Unglücklicherweise entwickelt sich die Erkrankung im Verborgenen ohne jegliche Alarmsignale für den Besitzer. Die Katze kann vollkommen gesund erscheinen, bis der Anstieg des Blutdrucks Zielorgane schädigt.[/pullquote]

Plötzliche Erblindung ist häufig

Eine häufige Folge ist eine plötzliche Erblindung. „Hoher Blutdruck im Auge kann Blutungen z.B. in die vordere Augenkammer oder sogar die Ablösung der Netzhaut verursachen. Letzteres führt zu einem vollständigen Verlust des Sehvermögens“, erläutert Dr. Drensler. „Die Blindheit wird gewöhnlich bemerkt, wenn die Katze sich nicht mehr bewegen will oder wiederholt an Gegenstände, die im Weg liegen, stößt.“ Obwohl das häufig ein Zeichen dafür ist, dass der Blutdruck der Katze bereits eine ganze Weile zu hoch ist, erkennen viele Besitzer erst in diesem Stadium, dass etwas nicht stimmt. „Leider werden die Katzen meistens erst vorgestellt, wenn es bereits zu spät ist, um die Erblindung aufzuhalten oder rückgängig zu machen.“

Vorbeugung ist der Schlüssel

Daher ist Vorbeugung so wichtig, denn eine Früherkennung kann Schlimmeres oft verhindern. Die Diagnose ist einfach: Katzenhalter sollten den Blutdruck ihrer Katze regelmäßig von einem Tierarzt messen lassen. „Das ist ein einfaches, schnelles und schmerzfreies Verfahren genauso wie beim Menschen“, versichert Dr. Angelika Drensler. Eine kleine aufblasbare Manschette wird an das Bein oder den Schwanz der Katze angelegt und der Blutdruck sofort gemessen. Die meisten Katzen lassen sich die Untersuchung sehr gut gefallen und akzeptieren sie ohne Stress oder Angst.

„Wenn Katzen älter als sieben Jahre sind, empfehlen wir regelmäßige Blutdruckmessungen alle sechs Monate“, rät Dr. Drensler. Routinechecks des Blutdrucks helfen dabei, Bluthochdruck in einem frühen Stadium zu erkennen und Schäden an anderen Organen, wie z. B. den Nieren oder dem Herzen, vorzubeugen. Falls ein hoher Blutdruck festgestellt wird, kann der Tierarzt eine Therapie einleiten und mit gut verträglichen, effektiv wirksamen Medikamenten die feline Hypertonie behandeln. Mehr Informationen über Bluthochdruck bei Katzen auch unter www.amodeus.vet.

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Über Dr. Angelika Drensler

Dr. Angelika Drensler ist ein wahrer Katzenfan und setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass Katzen eine optimale medizinische Versorgung erhalten. Ihre Praxis in Elmshorn ist speziell auf Samtpfoten eingestellt und wurde von der Internationalen Gesellschaft für Katzenmedizin (ISFM) als „Catfriendly Clinic mit Goldstandard“ zertifiziert. Neben ihrer Praxistätigkeit ist Frau Dr. Drensler auch aktives Mitglied in mehreren Berufsverbänden. So ist sie unter anderem Mitbegründerin und Leiterin der Arbeitsgruppe Katzenmedizin in der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-DVG) und der Deutschen Gruppe Katzenmedizin (German Cat Group). Zusätzlich leitet sie regelmäßig Fortbildungen für Tierärzte zum Thema „Patient Katze“, damit es in Zukunft vielleicht noch mehr besonders katzenfreundliche Tierarztpraxen in Deutschland gibt. [/dark_box]

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Achtung: Diese beliebten Frühlingspflanzen sind für Katzen giftig!

Gefahren

Achtung: Diese beliebten Frühlingspflanzen sind für Katzen giftig!

Ostern, das ist Ostereiersuchen, das ist Frühling, das ist oftmals auch der Wunsch, das eigene Heim mit den ersten Blumen zu schmücken, die nach dem Winter das Auge als bunte Farbtupfer erfreuen. Da schlendert man über den Wochenmarkt und nimmt ein hübsches Ostergesteck mit oder man bekommt von lieben Menschen beim Osterbesuch einen schönen Blumenstrauß mit Osterblumen geschenkt, den man dann gerne auf dem Esstisch platziert. Allerdings sind leider die meisten Osterblumen für Katzen giftig. Teilweise sogar so giftig, dass schon kleinste Mengen lebensgefährlich sein können.

Die wichtigsten haben wir hier für euch zusammengestellt.

Äußerst gefährlich

Die Lilie / Taglilie (Gattungen Lilium u. Hemerocallis)

 

Lilien sind für Katzen stark giftig. Bereits der Körperkontakt mit Blütenstaub und das abschließende Ablecken der Pollen oder der Verzehr von zwei Blättern oder Teilen einer Blüte reicht aus, um für tödliche Vergiftungen zu sorgen. Verantwortlich dafür ist ein bisher unbekannter Giftstoff, der die Zellen der Nieren schädigt. Das gilt insbesondere für die echten Lilien (Lilium spp.), wie z. B. die beliebte Oster-Lilie (L. longiflorum), die Taglilien (Hemerocallis), aber auch bei allen anderen Liliengewächsen ist Vorsicht geboten. Dazu gehören zum Beispiel auch die Maiglöckchen (Convallaria majalis).

Toxin: unbekannt

Symptome

nach 1-3 Stunden: In der ersten Phase nach Aufnahme treten Symptome wie Erbrechen, Speicheln, Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit und Nahrungsverweigerung auf. Diese gastrointestinalen Symptome verschwinden nach 2-6 Stunden, wodurch eine Verbesserung vorgetäuscht wird.

nach 12-30 Stunden: die Katze entwickelt eine Polyurie (krankhaft erhöhte Urinausscheidung), die nach etwa 18 bis 30 Stunden zur Austrocknung führt. Ohne Therapie geht die Katze nach 24 bis 48 Stunden in die anurische Phase über, in der die Urinausscheidung deutlich zurückgeht, was wiederum zur Anhäufung giftiger Metaboliten (Anstieg von Harnstoff, Kreatinin, Kalium und Phosphor im Blutserum) führt. Dies führt wieder zum Erbrechen (nach 30 bis 72 Stunden). Durch das vermehrte Auftreten der harnpflichtigen Substanzen im Blut können Krampfanfälle auftreten und sich eine Pankreatitis entwickeln. Einige Katzen pressen ihren Kopf gegen die Wand und/oder sind desorientiert, zeigen Koordinationsstörungen, Ödeme im Gesicht und an den Pfoten und/oder entwickeln Atemnot.

Prognose: schlecht – sehr schlecht. Die Tiere sterben nach 3 bis 7 Tagen durch akutes Nierenversagen. Überlebt die Katze dank intensiver und schneller Behandlung durch den Tierarzt, ist mit einer chronischen Niereninsuffizienz zu rechnen.

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Die Osterglocke (Narcissus pseudonarcissus)/Weiße Narzisse (Narcissus poeticus)

 

Die Osterglocke ist auch unter den Namen Trompetennarzisse, Gelbe Narzisse und Falsche Narzisse bekannt. Die ganze Pflanze ist stark giftig, auch das Blumenwasser in der Vase! Selbiges gilt für die Weiße Narzisse, die sich von der Osterglocke durch ihre weißen Blüten unterscheidet.

Toxine: Amaryllidaceaen-Alkaloide (Haemanthamin, Galanthamin), Dicarbonsäuren (Oxalsäure, Oxalat)

Symptome: Etwa 30 bis 40 Minuten nach Gifteinnahme können Brennen im Maul, Speicheln, Übelkeit, Erbrechen, kolikartige Bauchschmerzen, Durchfall und lokale Reizungen und Entzündungen der Haut auftreten. Organisch sind vor allem die Nieren, das Zentrale Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System betroffen. Es kann u. a. zu Angst und Unruhe, allgemeiner Erschöpfung, zu Koordinationsstörungen, Krämpfen, Zittern, ZNS-Depression (bis hin zum Koma), Herzrasen, Herzrhythmusstörungen und Nierenversagen kommen.

Prognose: zweifelhaft. Todesfälle sind möglich.

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Der Christusdorn (Euphorbia milli)

 

Der Christusdorn gehört wie auch zum Beispiel der Weihnachtsstern zu den Wolfsmilchgewächsen. Er ist auch unter den Bezeichnungen Euphorbia bojeri und Euphorbia splendens bekannt. Die gesamte Pflanze ist giftig, insbesondere der Milchsaft. Zudem besteht durch die Dornen Verletzungsgefahr. Die Toxine wirken auf die Haut, die Schleimhaut des Magendarmtrakts und der Bindehaut, das ZNS, die Leber, die Nieren und die Milchdrüsen.

Toxine: Diterpene (Ingenolester, Phorbolester, Milliamine A-G)

Symptome: Hautreaktionen (Milchsaft wirkt stark reizend), bei Aufnahme kleiner Mengen Brennen im Maul, Speicheln, Erbrechen, blutiger Durchfall, kolikartige Bauchschmerzen, bei großen Mengen Zittern, Koordinationsstörungen, erweiterte Pupille(n), Krampfanfälle, ZNS-Depression, Herzrhythmusstörungen, Hypotonie, Blut im Urin (Hämaturie), bei Augenkontakt starke Keratokonjunktivitis, vorübergehende Blindheit.

Prognose: zweifelhaft bis gut. Tod durch Kreislaufkollaps möglich.

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Gefährlich

Die Ranunkel (Ranunculus spp.)

 

Die Ranunkel gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Die ganze Pflanze ist giftig.

Toxin: Protoanemonin

Symptome: Übelkeit, Erbrechen, blutiger Durchfall, Entzündung der Maulschleimhaut, Koordinationsstörungen, Krämpfe, Symptome einer Nierenentzündung mit Blut im Urin, Zittern, Hautausschläge, Hautirritationen, Ödeme im Gesichtsbereich.

Prognose: gut – zweifelhaft. Todesfälle durch Kreislaufversagen und Atemlähmung möglich.

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Die Tulpe (Tulipa gesneriana)

 

Tulipagesneriana, die Garten-Tulpe, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Die ganze Pflanze ist giftig, v. a. die Zwiebel.

Toxine: Tulipane A und B, Tuliposide A und B (Butyrolactone)

Mögliche Symptome: Gastroenteritis, Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Hautirritationen, verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), Benommenheit (Somnolenz). Bei chronischer Aufnahme auch reduzierte Nährstoffverdauung und dadurch reduzierte Gewichtsentwicklung. Beim Rind sind Todesfälle bekannt.

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Die Gartenhyazinthe (Hyacinthus orientalis)

 

Die Gartenhyazinthe ist eine Pflanze aus der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Alle Pflanzenteile sind giftig, v. a. die Zwiebel, aber auch das Pflanzenwasser im Blumenuntersetzer oder in der Vase. Optisch kann sie mit der Traubenhyazinthe (Muscari) verwechselt werden. Auch diese ist giftig.

Toxine: Dicarbonsäuren (Oxalatraphide, Oxalsäure, Oxalat)

Symptome: sofort nach Bisskontakt kann es zu Speicheln, Schleimhautirritation und –schwellung kommen. Atemnot (Pharynxödem), Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Schluckstörungen können folgen. Bei Aufnahme größerer Mengen ggf. allgemeine Erschöpfung, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Hypotonie, Nierenversagen.

Prognose: gut – zweifelhaft. Todesfälle sind bekannt.

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Mit Vorsicht zu genießen

Der Frühlingskrokus (Crocus vernus)

 

Der Frühlings-Krokus wird auch als Alpenkrokus oder Frühlingssafran bezeichnet und gehört zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae). Die ganze Pflanze ist giftig. Verwechslungsgefahr besteht mit der stark giftigen Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale)

Toxine: Lektine (Crocin, Crocetin)

Symptome: nach 30 bis 90 Minuten können Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall auftreten.

Prognose: gut

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Die Primel (Primulus spp.)

 

Die Familie der Primeln ist recht umfangreich und beinhaltet etwa 500 Arten. Problematisch ist vor allem die beliebte Becherprimel (Primula obconica). Die Haare an den Blättern der Pflanze enthalten Primin. Wird die Pflanze berührt, können allergische Reaktionen der Haut („Primeldermatitis“) auftreten. Zwar enthalten auch alle anderen Primeln Primin, aber meist in so geringen Mengen, dass es nicht zu Problemen kommt. Alternative zur gewöhnlichen Becherprimel stellt die priminfreie Serie („Touch Me“) dar, die im Fachhandel erworben werden kann.

Toxin: Primin

Symptome: allergische Hautreaktionen, Anschwellen der Bindehäute und der Schleimhaut der Atemwege (auch erst nach Stunden bis Tagen möglich). Bei Verzehr auch Rötungen der Mundschleimhaut und Anschwellen des Rachenraums möglich. Es kann zu Erbrechen, Durchfall und Magen-Darm-Reizungen kommen.

Prognose: gut

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Die Passionsblume (Passiflora)

 

Die Passionsblume wird in der Phytotherapie zum Beispiel bei nervöser Unruhe oder nervös bedingten Beschwerden im Magen-Darm-Trakt eingesetzt. Die Pflanze ist jedoch mild toxisch.

Toxin: Alkaloide (Flavonoide, Saponine)

Symptome: Der übermäßige Verzehr kann zu Magen-Darm-Beschwerden und Benommenheit führen.

Prognose: Gut. Gabe nur in Absprache mit dem Fachmann/Fachfrau.

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Palmkätzchen (Salix caprea)

 

Salix caprea, die Sal-Weide, gehört zur Gattung der Weiden und ist eine der Pflanzen, die im Frühjahr als erstes blüht, was sie zu einer wichtigen ersten Futterpflanze für Insekten, wie die Honigbiene macht. Im tierischen Bereich kennt man die Weidenrinde, die als natürliches Schmerzmittel gilt.

Verantwortlich dafür ist die Salicylsäure, die wir auch in der Acetylsalicylsäure („Aspirin“) finden, mit dem man Katzen (wenn es nicht VOM TIERARZT in sehr sehr niedriger Dosierung therapeutisch angewandt wird) durchaus umbringen kann. Salicylsäure wird vom Organismus in erster Linie über die Leber durch Ankopplung an Glucuronsäure entgiftet und ausgeschieden. Katzen haben jedoch eine Glucuronidierungsschwäche, d. h. diese Möglichkeit der Entgiftung funktioniert nur sehr eingeschränkt, wodurch der Stoff (in dem Fall die Salicylsäure) sehr lange im Körper der Katze verbleibt. Nicht gut.

Bezieht sich jetzt in erster Linie auf die Rinde, aber exzessives Knabbern an jungen Ästen samt Knospen muss jetzt auch nicht unbedingt sein.

[dark_box]Davon abgesehen: Palmkätzchen sind wie schon erwähnt unter anderem für die Honigbiene eine sehr, sehr wichtige erste Futterpflanze, daher bitte in der Natur lassen und dort bewundern. [/dark_box]

„Aber Katzen wissen doch, was gut für sie ist!“

Wenn man vor für Katzen giftigen Pflanzen warnt, hört man häufig Sätze wie:

„Welche Katze ist denn so blöd und frisst etwas, das giftig für sie ist?“

„Da müssten doch alle Freigänger schon längst tot sein!“ oder

„Also meine Katze interessieren Blumen ja überhaupt nicht, die würde da nie drangehen!“

Nun, an sich sind Vergiftungen bei Katzen im Vergleich zum Hund relativ selten. Bei den zwischen 1997 und 2006 beim Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrum Zürich ausgewerteten Fällen standen falsch angewandte Tierarzneimittel auf Platz eins, Schädlingsbekämpfungsmittel (Rattengift etc.) auf Platz zwei. Danach folgten allerdings bereits die Giftpflanzen. Problematisch bei der Katze ist vor allem die Glukuronidierungsschwäche, die die Katze gegenüber zahlreichen Stoffen hoch empfindlich macht. Zudem ist der Gehalt an giftigen Inhaltsstoffen von Pflanze zu Pflanze (auch innerhalb einer Art) variabel und jede Katze individuell (im schlechteren Fall kann auch eine nur leicht giftige Pflanze einer empflindlichen Katze große Probleme bereiten).

Neugier ist der Katze Tod

Zumeist sind von Vergiftungen mit giftigen Pflanzen Wohnungskatzen betroffen. Zum einen sind gerade für Stubentiger ein neuer Blumenstrauß oder eine neue Zimmerpflanze im Revier etwas Neues/Spannendes, das es zu entdecken gilt, und zum anderen versagt das Vermeideverhalten gegenüber Giftpflanzen bei Wohnungskatzen im Vergleich zu Freigängern relativ häufig. So kann es vorkommen, dass die Katzen – insbesondere dann wenn keine Alternativen (wie z. B. geeignetes Katzengras) – zur Verfügung stehen, stattdessen Zimmerpflanzen oder Schnittblumen anfressen. Das kann je nach Pflanze glimpflich ausgehen, kann aber wie z. B. bei der Lilie, bei der wie schon erwähnt Pollen im Fell genügen, die beim Putzen aufgenommen werden, auch tödlich oder zumindest mit dauerhaften Schäden enden. (Das eine intensive Notfallbehandlung auch nicht unbedingt günstig ist, brauchen wir nicht zu erwähnen, oder?). Und auch wenn die Katze, das bisher vielleicht noch nie gemacht hat, ist einmal im Fall des Falles mitunter bereits einmal zu viel.

Daher:

Giftpflanzen haben im Katzenhaushalt nichts zu suchen!

Auch nicht an vermeintlich „unzugänglichen“ Orten in der Wohnung.

Giftpflanze gefressen, was tun?

Eine Vergiftung ist ein Notfall!

Habt ihr eure Katze dabei beobachtet, dass sie etwas von einer Giftpflanze aufgenommen hat oder habt ihr einen entsprechenden Verdacht, dann ist euer Tierarzt euer Ansprechpartner der Wahl!

Bei den äußerst gefährlichen bis gefährlichen Pflanzen sowieso und auch bei den anderen und/oder wenn ihr euch nicht sicher seid, schadet ein Anruf beim Tierarzt nicht. Lieber einmal zuviel, als einmal zu wenig.

Damit euer Tierarzt eurer Katze im Fall des Falles bestmöglich helfen kann, ist es dabei gut, wenn ihr möglichst präzise Angaben machen könnt:

– was eure Katze aufgenommen hat (Pflanze mitbringen),
– welche Menge eure Katze davon aufgenommen hat (Pflanze mitbringen),
– wann eure Katze das Gift aufgenommen hat.

Auch Erbrochenes oder andere „Überreste“ können helfen, insbesondere dann, wenn nichts direkt beobachtet wurde.

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Schmerzlinderung: Strahlentherapie kann bei Arthrose eine Möglichkeit sein

Aus der Wissenschaft

Schmerzlinderung: Strahlentherapie kann bei Arthrose eine Möglichkeit sein

Chronische Schmerzen werden bei der Katze häufig durch verschleißbedingte Gelenkerkrankungen ausgelöst. Diese sind nicht heilbar, die Therapie richtet sich bei der Katze danach, die verbundenen Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität des tierischen Patienten zu verbessern. Die Strahlentherapie, eine wichtige Therapiemöglichkeit in der Krebsbehandlung, kann – niedrig dosiert – auch zur Behandlung chronisch-entzündlicher degenerativer und proliferativer (also wuchernder) Gelenkerkrankungen eingesetzt werden.

Katze auf Couch Strahlentherapie Arthrose

Wie wirkt eine Strahlentherapie bei Arthrose?

Die Schmerzen bei einer chronisch degenerativen Gelenkerkrankung werden durch lokale Stoffwechselstörungen mit anhaltender Übersäuerung des Gewebes sowie einer Reizung der Gelenkinnenhaut, der Gelenkkapsel und der Gelenknerven verursacht. Eine Strahlentherapie kann diese Schmerzen lindern, jedoch ist noch nicht abschließend geklärt, wie es zu dieser Wirkung kommt.

Man nimmt an, dass die Strahlentherapie über mehrere biochemische Reaktionsabläufe auf zellulärer Ebene wirkt und so die Entzündungsreaktionen im Gewebe reduziert. Diese entzündungshemmende Wirkung beruht wohl auf verschiedenen Komponenten.

Wirkung auf die Immunzellen

Bei einer Entzündung reagiert das Immunsystem auf eine Schädigung durch infektiöse, chemische oder physikalische Noxen, also Stoffe oder Umstände, die eine schädigende, krankheitserzeugende Wirkung auf einen Organismus oder ein Körperorgan ausüben. Diese Reaktion ist komplex, da eine Vielzahl von Immunzellen miteinander interagieren muss.

Ein erster Schritt dieser so genannten Entzündungskaskade ist das Anheften von bestimmten Leukozyten, also weißen Blutkörperchen, den Monozyten und den Granulozyten, aus dem Blut, das sich in den Blutgefäßen befindet, an aktivierte Endothelzellen (Zellen, die die Blut- und Lymphgefäße auskleiden). Die weißen Blutkörperchen wandern dann angeheftet an diese Gefäßzellen in das entzündete Gewebe, wo sich die Monozyten zu dendritischen Zellen und inflammatorischen („entzündlichen“) Makrophagen („Fresszellen“) entwickeln.

Diese Makrophagen unterstützen wiederum den lokalen Entzündungsprozess durch verschiedene Vorgänge und produzieren dabei u. a. auch Stickoxide, die wiederum die Durchlässigkeit von Gefäßen regulieren, die Bildung von Wasseransammlungen (Ödemen) fördern und an der Entstehung von Entzündungsschmerz beteiligt sind.

Eine niedrig dosierte Strahlentherapie kann nun dafür sorgen, dass sich weniger weiße Blutkörperchen an diese Endothelzellen anheften und zum Ort des Geschehens transportiert werden. Zudem wurde beobachtet, dass vermehrt das Zytokin TGF-beta 1 ausgeschüttet und aktiviert wurde. Zytokine sind Eiweiße, die u. a. eine wichtige Rolle im Immunsystem spielen, und dieses TGF-beta 1 wirkt antiadhäsiv, was bedeutet, dass es ebenso das Anheften der weißen Blutkörperchen an die Endothelzellen behindert.

Des Weiteren zeigte sich, dass es durch die Bestrahlung zu einem programmierten Zelltod von Monozyten und Granulozyten kam, was wiederum zu einer verminderten Rekrutierung dieser Entzündungszellen führte, weil eben ihre Zahl grundsätzlich einmal vermindert wird. Ebenso konnte eine Senkung der Stickoxid-Produktion in aktivierten Makrophagen und eine verminderte Ausschüttung des entzündungsfördernden Zytokins Interleukin-1 in stimulierten Makrophagen beobachtet werden. So ergibt sich auf zellulärer Ebene ein entzündungshemmender Effekt. [1][2][3]

Wirkung auf die Synovialzellen und die Gelenkschmiere

Eine Entzündung der Innenschicht der Gelenkkapsel tritt häufig bei einer chronischen Polyarthritis auf. Hierbei verändern sich die Synovialzellen, also die Zellen der Gelenkinnenhaut und ändern auch ihre Funktionsweise. Sie werden aggressiv und wachsen über den Knorpel, was zu einer Zerstörung des Knorpels vom Rand ausgehend führt. Eine Entzündung tritt auch bei einer aktivierten Arthrose auf, wenn die durch die Reibung der Knorpel und ihrer Gegenspieler entstehenden Abriebprodukte eine solche bewirken. In Tiermodellen zeigte sich, dass die Strahlentherapie bei Arthritis die Proliferation, also das Wachstum und die Vermehrung, dieser Synovialzellen verringern, die Bildung von Flüssigkeit im Gelenk hemmen und so der Zerstörung von Knochen- und Knorpelgewebe entgegenwirken kann. [4][5][6][7]

Zudem scheint der pH-Wert der Gelenkschmiere ins Alkalische verschoben zu werden, d. h. die Übersäuerung (Azidose), die ebenfalls zur Schmerzentstehung beiträgt, wird gehemmt und die Schmerzempfindung somit reduziert. [8]

Außerdem scheinen nach aktuellem Kenntnisstand direkte Einflüsse auf das neurovegetative und neuroendokrine System eine Rolle zu spielen. Ein Einfluss auf die Krankheit selbst, ist nach Expertenmeinung nicht zu erwarten.

Mögliche Einsatzgebiete im Bereich Knochen und Knorpel

Osteoarthrose

Die Osteoarthrose ist eine chronisch degenerative Gelenkerkrankung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass es zu einer fortschreitenden Veränderung des Gelenkknorpels und der weiteren Gelenkstrukturen kommt (oft bekannt als „Verschleiß“). Die Folge sind Schmerzen und/oder Funktionseinschränkungen, sprich z. B. Steifigkeit insbesondere am Morgen. Kommt eine Entzündung hinzu, spricht man von einer aktivierten Arthrose.

Einer Osteoarthrose kann auf verschiedenen Wegen begegnet werden. Das kann die Gabe von Schmerzmitteln sein, Physiotherapie, die Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln oder z. B. auch im Fall des Falles eine schonende Gewichtsreduktion. Ziel ist in jedem Fall, die verbundenen Schmerzen zu lindern und so die Lebensqualität der betroffenen Katze zu verbessern. Die Strahlentherapie kann die genannten Maßnahmen begleiten und im besten Fall langfristig zur Minderung der Beschwerden führen.

Liegen Krepitationen vor (also „Knirschen“ durch Aneinanderreiben von Gelenkpartnern), Gelenkdeformationen oder ausgeprägte sichtbare Veränderungen im Röntgenbild sind die Aussichten eher ungünstig.

Die Strahlentherapie kann auch bei Scottish Fold Katzen, die unter Osteochondrodysplasie leiden, zur Schmerzreduktion und Verbesserung der Lebensqualität eingesetzt werden. [9]

Tumore

Dringt ein Tumor in einen Knochen oder ein anderes Gewebe ein oder drückt er schmerzsensible Strukturen zusammen, kann Tumorschmerz entstehen und die Lebensqualität des kätzischen Patienten deutlich einschränken. Insbesondere Knochenschädigungen sind sehr schmerzhaft. Diese können durch Knochentumore selbst (z. B. Osteosarkom) oder auch durch sekundäre Tumore (z. B. Metastasen von Mammakarzinomen) entstehen. Auch Lymphome oder periphere Nervenscheidentumore können mit deutlichen Schmerzen einhergehen.

Liegt ein solcher Tumorschmerz vor und weiß man wo der Schmerz lokalisiert ist, ist eine palliative Strahlentherapie möglich, um die Schmerzsymptome bei nur geringen Nebenwirkungen zu reduzieren. Ziel ist es dabei vor allem, die Lebensqualität des Tieres zu verbessern. Wie die Strahlentherapie die Schmerzen genau lindert, ist nicht vollständig bekannt, die Schmerzlinderung setzt auch nicht die komplette Rückbildung des Tumors voraus. Der schmerzlindernde Effekt tritt nach zwei bis vier Wochen ein und hält im Durchschnitt zwei bis sechs Monate an.

Wie läuft eine Strahlentherapie in diesem Fall ab?

Je nachdem, ob eine bösartige Tumorerkrankung vorliegt oder eine chronisch degenerative Gelenkerkrankung sind Ziel und Ablauf der Strahlentherapie unterschiedlich. In der Krebsbehandlung wird die Strahlentherapie häufig täglich oder mehrmals wöchentlich in hohen Dosen eingesetzt, um im Idealfall das Tumorgewebe zu zerstören.

Bei der Bestrahlung im Fall von chronisch degenerativen Gelenkerkrankungen werden deutlich niedrigere Dosen in weniger Sitzungen verwendet. Ziel ist es hier, die Schmerzen zu reduzieren und Funktionseinschränkungen zu mindern.

Die Strahlentherapie wird normalerweise ambulant durchgeführt. Das Tier muss dafür in eine Kurznarkose (z. B. mit Propofol) versetzt werden, da der Patient exakt positioniert und das Strahlenfeld richtig ausgerichtet werden muss. Zudem dürfen sich während der Behandlung keine Personen im Behandlungsraum befinden. Es handelt sich um eine ganz oberflächliche Narkose, da die Bestrahlung keine Schmerzen verursacht und die Tiere nur wenige Minuten ruhig liegen müssen. Die eigentliche Bestrahlungsdauer liegt bei unter einer Minute. Es können gleichzeitig mehrere Gelenke bestrahlt werden.

Voraussetzung für die Strahlentherapie ist die Narkosefähigkeit der Katze und es muss eine möglichst genaue Darstellung des Strahlenvolumens mittels Bildgebung (z. B. Computertomografie) möglich sein.

Wie erfolgsversprechend ist eine Strahlentherapie bei chronisch degenerativen Gelenkerkrankungen?

Derzeit gibt es noch keine Langzeitstudien für die Behandlung degenerativer Gelenkerkrankungen mittels Strahlentherapie. Die aktuellen Beobachtungen sind jedoch sehr vielversprechend. 70 bis 80 Prozent der Hunde sprachen auf die Strahlentherapie an und die schmerzlindernde Wirkung trat in der Regel vier bis sechs Wochen nach der Behandlung ein und führte in Folge zu einer verbesserten Belastung der Gliedmaßen und einer Verbesserung der Lebensqualität.[10] [11] [12] [13] Es ist auch möglich, dass je nach Fall Schmerzmittel reduziert werden können. In der Regel hielt die Schmerzlinderung sechs bis neun Monate an. Nach Abklingen der Wirkung kann die Bestrahlung grundsätzlich wiederholt werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Wie bei jeder Therapie so müssen auch bei der Strahlentherapie Nutzen und Risiko gegeneinander abgewogen werden. Da die Strahlendosis bei der Behandlung chronisch-degenerativer Gelenkerkrankungen deutlich niedriger als bei der Tumorbehandlung ist, sind therapiebedingte Nebenwirkungen sehr selten. Grundsätzlich ist es möglich, dass es durch die Transformation und Mutation der bestrahlten Zellen zu bösartigen Veränderungen und Erbkrankheiten kommt. Jedoch ist das Risiko beim Menschen schon gering und bei der Katze durch die geringere Lebenserwartung noch weitaus geringer. Bei der palliativen Strahlentherapie von Osteosarkomen liegt das Risiko für Nebenwirkungen durch die höhere Dosis etwas höher, hier kann es zu akuten Nebenwirkungen während oder kurz nach der Strahlentherapie kommen (z. B. Hautschäden), diese sind jedoch laut Fachliteratur meist gut behandelbar.

Fazit

Die Strahlentherapie kann bei chronisch degenerativen Gelenkerkrankungen eine ergänzende Möglichkeit zur Schmerzbehandlung darstellen. Jedoch fehlen derzeit noch Langzeitstudien und sie ist mit einem relativ hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Zudem wird die Behandlung nur in spezialisierten Einrichtungen mit entsprechender Ausstattung und Fachkompetenz angeboten. Teilweise sind Kooperationen zwischen fachlich ausgebildeten Tierarztpraxen und Strahlentherapieeinrichtungen für Menschen möglich.

Die Informationen in diesem Artikel basieren in weiten Teilen auf einem im „Praktischen Tierarzt“ erschienenen Übersichtsartikel [14], zusammengefasst und ergänzt um Erklärungen und Informationen aus anderen Quellen.

Referenzen


[1] Roedel F, Kley N, Beuscher HU, Hildebrandt G, Keilholz L, Kern P, Voll R, Herrmann M, Sauer R (2002): Anti-inflammatory effect of low-dose X-irradiation and the involvement of a TGF-a1-induced down-regulation of leukocyte/endothelial cell adhesion. Int J Radiat Biol 78:711-719
[2] Roedel F, Frey B, Manda K, Hildebrandt G, Hehlgans S, Keilholt L, Seegenschmiedt MH, Gaipl US, Roedel C (2012): Immunmodulatory properties and molecular effects in inflammatory diseases of low-dose x-irradiation. Front Oncol 2:120
[3] Trott KR, Kamprad F (1999): Radiobiological mechanisms of anti-inflammatory radiotherapy. Radiother Oncol 51:197-203
[4] Budras KD, Hartung K, Münzer BM (1986): Licht- und elektronenmikroskopische Untersuchungen über den Einfluss von Röntgenstrahlen auf das Stratum Synoviale des entzündeten Kniegelenks. Berl Münch Tierärztl Wochenschr 99: 148-152
[5] Fischer U, Kamprad F, Koch F, Ludewig E, Melzer R, Hildebrandt G (1998): The effects of low-dose Co-60 irradiation on the course of aseptic arthritis in a rabit knee joint, Strahlenther Onkol 174:633-639
[6] Hildebrandt G, Radlingmayr A, Rosenthal S, Rothe R, Jahns J, Hindemith M, Roedel F, Kamprad F (2003): Low-dose radiotherapy (LD-RT) and the modulation of INOS expression in adjuvant induced arthritis in rats. Int J Radiat Biol 79: 993-1001.
[7] Trott KR, Parker R, Seed MP (1995): Die Wirkung von Röntgenstrahlen auf die experimentelle Arthritis der Ratte. Strahlenther Onkol 171:534-538
[8] Pannewitz G v (1970): Radiotherapy of arthrosia deformans. Method and results. Radiologe 10: 51-54
[9] Fujiwara-Igarashi A, Igarashi H, Hasegawa D, Fujita M (2015): Efficacy and complications of palliative irradiation in three Scottish Fold Cats with osteochoendrodysplasia. J Vet Intern Med 29: 1643-1647
[10] McEntee MC, Page RL, Novotney CA, Thrall DE (1993): Palliative radiotherapy for canine appendicular osteosarcoma. Vet Radiol Ultrasound 34: 367-370
[11] Mueller F, Poirier V, Melzer K, Nitzl D, Roos M, Kaser-Hotz B (2005): Palliative radiotherapy with electrons of appendicular osteosarcoma in 54 dogs. In Vivo 19: 713-716
[12] Pagano C, Boudreaux B, Shiomitsu K (2016): Safety and toxicity of an accelerated coarsely fractionated radiation protocol for treatment of appendicular osteosarcoma in 14 dogs: 10 Gyx2 fractions. Vet Radiol Ultrasound 57:551-556
[13] Ramirez O III, Dodge RK, Page RL, Price GS, Hauck ML, LaDue TA, Nutter F, Thrall DE (1999): Palliative radiotherapy of appendicular osteosarcoma in 95 dogs. Vet Radiol Ultrasound 40:517-522
[14] Eberle N. (2017): Einsatz der Strahlentherapie zur Schmerzbehandlung bei Hund und Katze. Der Praktische Tierarzt 99, Heft 01/2018, 24-32

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