Alle Artikel mit dem Schlagwort: Wissenschaft

Wärmeregulierung: Ob Katzen schwitzen können und andere heiße Fragen

Es ist heiß, verdammt heiß und gerade im dicken Katzenpelz tut man gut daran, sich ein kühles Plätzchen zu suchen und sich so wenig wie möglich zu bewegen. Auch im Internet gibt es viele Tipps, wie man den Katzen die heißen Tage ein wenig erträglicher gestalten kann und immer wieder die große Frage, ob Katzen nun schwitzen können oder nicht und ob sie überhaupt Schweißdrüsen besitzen. Diese Fragen und mehr zur Wärmeregulierung beantworte ich euch im heutigen Artikel. Damit Katzen (und nicht nur sie) ihre Körpertemperatur in den engen Grenzen halten können, die notwendig sind, damit ihr Organismus einwandfrei funktionieren kann, müssen sie ein Gleichgewicht zwischen der Produktion und der Abgabe von Wärme erreichen. Dazu haben sie im vorderen Hypothalamus (eine wichtige Schaltzentrale im Zwischenhirn) zum einen wärmeregulierende Zentren und zum anderen „Temperaturfühler“ überall auf der Hautoberfläche, die den Istwert in ihrem Körper messen und weitergeben. Konzentriert kommen die Sensoren im Gesicht um Nase und Maul herum und an den Extremitäten vor. Besonders sensibel und dicht sind die Fühler im Bereich des Rückenmarks. Der durch …

Experten empfehlen: Katzenkinder frühestens mit 14 Wochen von Mutter und Geschwistern trennen

Verhaltensprobleme sind bei Katzen häufig und nicht selten dadurch verursacht, dass Katzenkinder viel zu früh von Mutter und Geschwistern getrennt wurden. Noch immer werden viele Katzenkinder bereits mit 6 bis 8 Wochen oder teilweise sogar noch früher vermittelt und man liest nicht selten in entsprechenden Gruppen, dass nur Katzenbabys im Alter von bis maximal 8 Wochen gesucht werden. Empfohlen wird heute meist die Abgabe mit einem Alter von 12 bis 13 Wochen. Neue Studienergebnisse einer finnischen Forschergruppe weisen jedoch darauf hin, dass ein Abgabealter von mindestens 14 Wochen das Risiko für das Auftreten von Verhaltensproblemen noch weiter vermindern kann. Die Experten empfehlen daher, den Katzenkindern mindestens zwei Wochen mehr Zeit mit Mutter und Geschwistern zu gönnen und so das Wohlbefinden der Tiere einfach und kostengünstig zu verbessern. Im Rahmen der Studie wurden mithilfe von Fragebögen die Ergebnisse von insgesamt 5.726 Katzen (40 unterschiedliche Rassen) ausgewertet, um herauszufinden, welche Auswirkungen die frühe Trennung von Mutter und Geschwistern auf das Verhalten von Katzen hat. Dabei zeigte sich deutlich, dass die zu frühe Trennung mitunter schwerwiegende Folgen haben …

Experiment: Wie Katzen eigene und fremde Kitten unterscheiden können, es aber nicht immer tun.

Einen Wurf Kitten großzuziehen, ist für eine Kätzin mit großem Aufwand verbunden und kostet ordentlich Energie. So kann der Kalorienbedarf während der Säugeperiode verdreifacht sein. Dennoch nehmen Katzenmütter oft auch fremde Kitten an. Durch ein Experiment im Rahmen einer kürzlich durchgeführten Studie wurde nun untersucht, inwiefern Katzenmütter eigene und fremde Kitten unterschiedlich behandeln und ob sie diese in den ersten Tagen voneinander unterscheiden können. Hierzu wurden drei Experimente durchgeführt, an denen insgesamt 19 weibliche Katzen (darunter 12 Mixe, 4 Perser, 2 Bengalen und 1 BKH) im Alter von einem bis vier Jahren teilnehmen. Die Katzen lebten in Privathaltung in Mexico City und hatten alle vor kurzem mindestens drei Junge geboren. Alle Kätzinnen hatten Zugang zu separaten Räumen in ihrem Zuhause, in denen sie ihren Wurf aufzogen. Zehn waren Freigänger, 9 Wohnungskatzen. Bei 17 der 19 Katzen lebten auch noch andere Samtpfoten im Haushalt. Alle wurden zweimal täglich mit handelsüblichem Nassfutter gefüttert und regelmäßig gegen Parasiten behandelt. Wasser, Milch, Trockenfutter und Katzentoilette standen zur freien Verfügung. Zusätzlich hatte jede Katze ein Katzenbett in einem großen Karton …

Katzen machen nicht geisteskrank…

… so die Quintessenz einer neuen ULC-Studie. Irgendwo beruhigend, aber auch irgendwie seltsam diese Aussage. Hintergrund der Erkenntnis ist die Annahme, dass eine Infektion mit Toxoplasma gondii zum einen die Entwicklung psychischer Störungen fördern könne. Zum anderen könnten Menschen, die mit Katzen aufwachsen, ein höheres Risiko haben, psychische Probleme zu entwickeln, da Katzen ja Hauptwirt des genannten Parasiten sind. Ein Gedankengang, der nun entkräftet werden konnte. Die neue Studie, die im Magazin Psychological Medicine veröffentlicht wurde, kommt zum Schluss, dass die Katzenhaltung während der Schwangerschaft sowie das Zusammenleben mit Katzen in der Kindheit bei der Entwicklung psychischer Probleme im Erwachsenenalter keine direkte Rolle spielen. Zwar konnte im Rahmen der Studie nicht festgestellt werden, ob eine Exposition zu T. gondii an sich mit psychischen Problemen in Verbindung steht, jedoch weisen die Ergebnisse darauf hin, dass wenn dem so ist, das Zusammenleben mit Katzen das Risiko  nicht erhöht. Untersucht wurden hierzu fast 5.000 Menschen, die zwischen 1991 und 1992 geboren wurden und deren Entwicklung bis zu ihrem 18. Lebensjahr verfolgt wurde. Dabei wurde festgehalten, ob im Haushalt …

Studie: Katzen können Erinnerungen bewusst abrufen

Eine der Fragen, die immer wieder einmal für heiße Debatten sorgt, ist die, wer denn nun klüger ist, Katzen oder Hunde. Wenn ihr unsere vier Redaktionskatzen fragt, ist die Antwort klar. Japanische Forscher haben nun etwas herausgefunden, was wir schon lange geahnt hatten, aber bisher noch nicht bewiesen war. Nämlich, dass Katzen ein episodisches Gedächtnis besitzen und möglicherweise sogar Gefallen daran finden, sich aktiv an vergangene Erlebnisse zurückzuerinnern. Das zugehörige Paper wurde im Journal Behavioral Processes veröffentlicht. Wir Menschen verfügen über ein episodisches Gedächtnis, was jetzt vereinfacht gesagt, bedeutet, dass wir uns nicht nur an vergangene Ereignisse zurückerinnern, sondern diese auch mit angenehmen oder weniger angenehmen Details verbinden können. Wir können uns also zum Beispiel nicht nur daran erinnern, dass letzten Sommer die Geburtstagsparty von Großonkel Gustav stattgefunden hat, sondern z. B. auch daran, dass wir es lustig fanden, als die unsympathische Tante Trude kopfüber ins Kinderplanschbecken gefallen ist. Der Mensch rekonstruiert solche vergangenen Ereignisse bewusst, etwa um in Erinnerungen (an den letzten Urlaub, ans erste Date o. ä.) zu schwelgen. Diese Art episodischer Erinnerung …

Studie: Fummelbrett und Co. verbessern kätzisches Wohlbefinden

Hauskatzen brauchen für ein glückliches Leben sowohl geistige als auch körperliche Auslastung. Hier ist der Mensch gefragt, entsprechende Möglichkeiten bereitzustellen und für eine Bereicherung des Lebensumfeldes, auch bekannt als „Environmental Enrichment“ zu sorgen. Wie Forscher in der aktuellen Ausgabe des „Journal of Feline Medicine und Surgery“ berichten, können hier insbesondere Fummelbrett und Co. einen wertvollen Beitrag leisten. Das Katzenleben in menschlicher Obhut kann mit gesundheitlichen Problemen wie Übergewicht und daraus folgendem Diabetes mellitus einhergehen, insbesondere dann wenn es an Reizen fehlt, die die Katze zu Aktivität animieren. Zudem kann eine reizarme Umgebung Problemverhalten wie Aggression, Unsauberkeit oder aufmerksamkeitsheischendes Verhalten fördern. Solch unerwünschtes Verhalten beeinträchtigt die Beziehung zwischen Katze und Mensch mitunter so sehr, dass die Katze abgegeben oder im schlimmsten Fall eingeschläfert wird. Unter natürlichen Bedingungen sind Katzen einen Großteil des Tages mit der Nahrungsbeschaffung beschäftigt. Und auch das Wohlbefinden unserer Hauskatzen kann gesteigert werden, wenn diese die Möglichkeit bekommen, sich ihr Futter mithilfe beweglicher und unbeweglicher Intelligenzspielzeuge selbstständig zu erarbeiten. So werden die natürlichen Instinkte der Tiere stimuliert, sie können auf verschiedene Arten mit …